Die Ursachen des Karpaltunnelsyndroms



Die Ursachen des Karpaltunnelsyndroms

Fast 600.000 Deutsche sind vom Karpaltunnelsyndrom (KTS) betroffen. Kribbeln, Stechen, Taubheitsgefühl der Finger, Greifschwäche... Die genannten Symptome können auf eine Kompression des Nervus medianus am Handgelenk hinweisen. Die Krankheit tritt häufig ab dem 40. Lebensjahr und mehrheitlich bei Frauen auf. Aber was sind die Ursachen des Karpaltunnelsyndroms? Die Ursachenforschung hat ergeben, dass nur selten eine einzige Ursache  für die Krankheit verantwortlich ist. 

Tatsächlich kann jede Situation, die zu einer Veränderung im Nervenkanal führt (am inneren Handgelenk) die Entwicklung des Syndroms fördern. Ein Anschwellen der Organe, die durch den Karpaltunnel verlaufen (Beugesehnen) oder umgekehrt eine Verengung des Karpaltunnels selbst, können den Nerf schmerzhaft einklemmen. Was sind also die Ursachen?

Anatomische Ursachen für die Entwicklung eines Karpaltunnelsyndroms (KTS)

Die Tatsache, dass Frauen häufiger von dieser Krankheit betroffen sind, kann auf die Anatomie zurückgeführt werden. Bei Frauen ist der Karpaltunnel generell enger als bei Männern.

Diese Besonderheit ist aber auch bei manchen Männern festzustellen.  Sie kann insbesondere mit Anomalien des Körperbaus in Verbindung gebracht werden. 

Ein Trauma kann zu einer Verengung oder einer Deformation des Karpaltunnels führen. So können die Folgen eines Handgelenkbruchs oder einer Arthrose den erforderlichen Platz für den Durchgang des Nervus medianus verringern und den auf ihn ausgeübten Druck erhöhen.

Stoffwechselerkrankungen als Ursache des Karpaltunnelsyndroms

Bestimmte Krankheiten können die Risiken einer Nervenschädigung, einschließlich des Nervus medianus, erhöhen.  Dies gilt insbesondere für Diabetes 14 % der Diabetiker leiden an diesem Syndrom.  Bei neurologischen Komplikationen beläuft sich diese Zahl sogar auf 30 %.

Entzündungen als Ursache des Karpaltunnelsyndroms

Bestimmte Entzündungserkrankungen wie z.B. Gelenkrheumatismus oder Infektionen können zu einer Entzündung der Sehnenscheide der Beugesehnen führen. Die hervorgerufene Schwellung verschmälert den Karpaltunnel und klemmt den Nervus medianus ein.  

Hormonelle Ursachen in Verbindung mit dem Auftreten des KTS

Hormonelle Schwankungen können ein Karpaltunnelsyndrom verursachen.

Ein Auftreten dieses Syndroms wurde häufig im letzten Schwangerschaftsdrittel festgestellt.  Wie viele Symptome verschwindet das Krankheitsbild glücklicherweise nach der Entbindung.

Weitere hormonelle Ursachen, die ein KTS begünstigen können, sind die Menopause oder die Entfernung der Eierstöcke. In diesen Fällen dauert es länger bis die Symptome verschwinden.

Abschließend können auch Erkrankungen der Schilddrüse (Über- oder Unterfunktion) und eine Niereninsuffizienz das Auftreten eines KTS begünstigen. Die Schwellung des Synovialgewebes drückt übermäßig auf den Nervus medianus.

Berufliche Ursachen für die Entwicklung eines KTS

Das Karpaltunnelsyndrom ist als Erkrankung des Bewegungsapparates anerkannt.  Es ist ein sehr häufiger Grund für Krankschreibungen. Das Syndrom wird durch bestimmte manuelle Arbeiten, bei denen wiederholt die gleichen Bewegungen ausgeübt werden (Beugen, Strecken, Drehen des Handgelenks...), begünstigt.

Berufe in der Aufbereitungs- und Verpackungsindustrie sind ein hervorragendes Beispiel. Leider ist die Liste der Risikoberufe lang:

  • Kfz-Mechaniker, die mit erheblicher manueller Kraft Schrauben anziehen und lösen;
  • Bauarbeiter, die den Schwingungen der von ihnen zu bedienenden Maschinen ausgesetzt sind;
  • Näherinnen, die wiederholt die gleichen Bewegungen aus dem Handgelenk heraus ausführen;
  • Kassierer/innen, die in der gleichen Körperhaltung schwere Lasten bewegen;
  • Personen, die über einen langen Zeitraum eine Tastatur oder Maus am Computer bedienen;
  • oder auch Arbeiter, die in einer sehr kalten Umgebung tätig sind usw.

In all diesen Berufsgruppen wird das Handgelenk in einer Fehlhaltung überbeansprucht und daher die Entstehung der Krankheit begünstigt.

Freizeitaktivitäten als Ursache des Karpaltunnelsyndroms

Auch Freizeitaktivitäten können die Ursache für ein KTS sein!

Heimwerken und Gartenarbeit erfordern sich wiederholende Tätigkeiten, bei denen Ihr Handgelenk nicht geschont wird. Wenn die Beugesehnen nicht mehr ausreichend geschmiert werden, führt die Reibung zwischen Sehnen und Sehnenscheide zu einer Entzündung und Schwellung, die den Nervus medianus einklemmen kann.

Auch exzessives Videospielen kann zu Erkrankungen des Bewegungsapparates wie z.B. das Karpaltunnelsyndrom führen.

Sport als Ursache des Karpaltunnelsyndroms

Alle Sportler, die einen Sport ausüben, bei dem ein Zubehör in der Hand gehalten wird oder die Vibrationen abfangen müssen, sind ebenfalls betroffen. Golfer, Gewichtheber, Fahrradfahrer und Liebhaber von Schlägersportarten können ein Karpaltunnelsyndrom entwickeln. Eine unnatürliche Haltung über mehrere Stunden hinweg ist für Ihr Handgelenk schädlich.

Auch die Benutzung eines Rollstuhls bei der Ausübung eines Sportes kann ein Karpaltunnelsyndrom verursachen.

 

Sie können anhand der wenigen Beispiele erkennen, dass die Ursachen vielseitig und häufig nicht immer eindeutig bestimmt werden können. Wenn Sie jedoch Risiken erkennen, können Sie Ihre Körperhaltung anpassen und der Entwicklung eines Karpaltunnelsyndroms vorbeugen. Einige Tipps zur Vorbeugung und Schmerzlinderung.

 

Diese Produkte sind Medizinprodukte der Klasse I, die gemäß diesen Vorschriften die CE-Kennzeichnung tragen.
Lesen Sie vor dem Gebrauch die Anweisungen sorgfältig durch. Hersteller: Millet Innovation. Mai 2020
               

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